Rufus Wainwright ist schwer zu beschreiben – irgendwo zwischen den 40ern und der Zukunft und genauso klingt auch seine Musik. Die Grenzen musikalischer Genres verschwimmen, während er zwischen verschiedenen Stilen herum plantscht.
Er covert Diven und klassische Sänger, komponiert Songs zu Hollywood Blockbustern und wenn er für seine eigenen Alben schreibt, kommen dabei experimentelle Tracks heraus, die man nicht zuordnen kann – am ehesten noch in die Schublade “altmodische Zukunftsmusik” steckt. Was bleibt, ist seine supercoole Stimme.
Wir treffen ihn im abgefuckten backstage Bereich der Arena. Zwei IKEA Sofas stehen da und eins aus Leder, das ist sauber und wurde deshalb wohl ganz weit weg geschoben. Das staatliche Fernsehen hat Rufus auf ein ehemals rotes Klippan gesetzt, auf dem sind Fussabdrücke drauf. Auf der beschmierten Wand über ihm hängt ein zerrissenes FM4 Poster. Rundherum stehen Beleuchtungsutensilien vom ORF und Puls TV, der für sein Frühstücksmetro gefilmt hat. FM4 hat sich zu uns gesellt und möchte unsere O-Töne verwenden. Gern.
Rufus, du hast keine Lederhose an!
Oooooh..… ich werd sie aber nachher anziehn… später…. Later-hosen, hehe
Wo hast Du sie denn her?
Natürlich aus Österreich, aus Zell am See! Dreimal musste ich zum Näher gehen – der wohnt klassisch am Berg , rustikal durch die Alpen wandern, bis mir meine Lederhose endlich passte. Dafür sitzt sie aber super. Manche finden, sie ist zu eng, aber - wer hat der hat, haha. Außerdem hindert sie mich daran, zu viele Apfelstrudel zu essen.
The hills are alive? Hast du gesungen auch am Berg?
Oooh ja, musste ich , ich wurde gezwungen… “Alpenröschen” oder so was.
Warum ist das denn so, dass so viele interessante Musiker, Bands, Künstler aus Montréal kommen?
Der Winter…. Der lange kalte, schwarze Winter. Und weil wir dort keine Alpen haben… wir haben zwar ein paar kleine süsse Hügel, aber keine Alpen! Also was bleibt? Viel zu viel Zeit im Dunkeln, also wird für manche Menschen Kunst irgendwie überlebensnotwendig. Aber auch die Nähe zum Imperium Amerika hat damit zu tun. Man profitiert einerseits davon, will aber doch nichts damit zu tun haben. Diese Ambivalenz fördert die Kreativität. Ein bisschen von beidem ist ein guter Filter.
Du singst ja gern verkleidet und bist Diva pur auf der Bühne – wärst du gern ein Mädchen?
Also ich hab mir das schon mal überlegt – im Fussballstadion, umringt von lauter Knackärschen. Die Spieler abchecken und mir dann die Kirschen raus picken. Ich glaub, das wär der einzige Platz, wo ich gern ein Mädchen wär – auf Sportveranstaltungen!
Du hast im Sommer an der True Colours Tour teilgenommen - wie siehst du deine Homosexualität selbst? So im Rampenlicht, ist es dir egal, was die Welt darüber denkt, solang du Spaß hast, oder betrifft es dich?
Die True Colours Tour war eine Revolution. Es ist zwar nicht unbedingt mein persönlicher Kreuzzug, Toleranz zu schaffen, weil ich nicht genau weiss, wie ich persönlich zur Öffentlichkeit stehe, aber ich bin stolz drauf, ganz offen und ehrlich daran teil genommen zu haben. Meine Mutter sagt mir zwar ständig, ich soll aufhören, immer "so schwul" zu sein, aber das hauptsächlich, um meine Plattenverkäufe nicht zu beeinträchtigen. Ob ihrs glaubt oder nicht, auch heutzutage merkt man das noch an den Saleszahlen.
*u*
*FOTOS BY STERN EWA!*



great article! thanks
Posted by: eveline kemble | November 25, 2007 at 08:17 PM
great article! thanks
Posted by: eveline kemble | November 25, 2007 at 08:17 PM
great article! thanks
Posted by: eveline kemble | November 25, 2007 at 08:17 PM
This guy is exceptionally great! What a pity that he is gay... :)
Posted by: hasibuxi | November 26, 2007 at 04:29 PM
frage: ich nehm jetzt nicht an, dass das interview auf deutsch geführt wurde, ist das original auch erhältlich?
Posted by: rammstein | November 29, 2007 at 07:00 AM