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PAPER BIRD, JETZT!

FrontpagepictureWenn sich Elektroramschketten die Falco-Maske aufsetzen und auf zutiefst verachtenswerter Weise eine einigermassen leiwande Figur in den Dreck zieht, die Erinnerungen an ihn mit grausigem Kaffee aus billigen Espressomaschinen (Sonderangebot) bekleckert, dann muss man ganz woanders nachsehen, um wieder Vertrauen in das heimische Songwritertum zu finden. Paper Bird nimmt die Maske ab, und ihr neues Album "Cryptozoology" wühlt auf.

Selten gibt es eine MusikerIn oder eine Band, die so intensiv und gleichzeitig unscheinbar ihre Musik spielt. Selten auch ist das gespielte und gehörte so klipp und klar. Anna Kohlweis ist schon vielen in der hiesigen Indie- oder gar Songwriter-Szene ein Begriff, sie hat ja auch fleissig auf diversen Bühnen gespielt, egal ob im 3-Raum in der Arena oder im Porgy & Bess. Und jedes mal steht sie da, in der Mitte der Bühne, die Gitarre fest in der Hand und das Mikrofon fest in die Augen sehend. Sie fürchtet sich nicht und erzählt ihre Geschichten, laut und deutlich, oder eigentlich nur deutlich. Denn allzu laut wird sie nicht, nur ab und zu.

Cryptozoologycover_2Das verblüffendste an Paper Bird ist der Umgang mit der Sprache. Ihr Rhythmus (sorry, dies ist ein Jugendmagazin, ihr FLOW) ist in der Tat makellos. Das kann man sich nicht einfach so abschauen von einer Joni Mitchell, das muss man selber mitbringen. Vor allem aber ist es ihr Englisch welches fasziniert.

Paper Bird kann mit der Sprache umgehen, sie trällert nicht nur schöne Liedlein, sie erzählt etwas. Ihr ist zum Beispiel der wunderbare Satz "Who do you think you are, pouring your opinions in my drink" zu verdanken. Da braucht man nicht mal mehr nachsehen, worum es in dem Lied genau geht, man hat es gleich verstanden. Ganz gross ist das.

Wer Paper Bird schon einige Male live gesehen hat wird sich besonders auf diese Platte freuen, denn die Songs machen durch das verspielte Drumherum im Studio - man liest von der gesamten A Thousand Fuegos-Crew im Booklet - noch um einiges mehr Spass als man sie sowieso schon in Erinnerung hat. Der Opener "Colony" hat mich fast umgehauen.

Diese Platte wühlt auf, wie schon oben erwähnt. Irgendwie kommt sie mir sehr ernst, sehr ehrlich vor. Und wenn Seayou Pressestimmen auch auf Englisch braucht: This is music that is there when relationships break up. But I'm very sure this is also music that is there when you fall in love again.

Wer Paper Bird noch nicht gesehen hat, dem ist am 7. Februar 2008 ein Besuch im Rhiz ans Herz gelegt, da gibt's Release-Party bei kostenlosen Eintritt. PB spielt und das V-Team legt nachher auf. Word.

DE

Paper Bird "Cryptozoology", Seayou Records. Out now.

www.paperbirdmusic.com
www.seayourecords.com

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gute musik, aber wer hat denn dieses schrott-review zu verantworten? verkrampfter ging´s nicht mehr, was?

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