Weil Graz dann doch nicht so klein und auch weiter weg ist als ursprünglich gedacht, sind grüne Laser das spannendste, was der Schlossberg zu bieten hat. Fever Ray ist sphärisch hört man später und alle meinen eigentlich saufad.
Zu Hause kiffen wäre in jedem Fall energetisierender gewesen. Auf die Festivalleitung zu schimpfen, weil sie einfach den Ablauf des Abends verändert und die Schwedin nach The Gossip auftreten lassen haben, wäre eine andere Möglichkeit.
Von der Wichtigkeit der Stimmen, der Narration, der Texte und Gänsehaut erregendem Geisterbahn-Electro im Zeitlupentempo hält auch dieser Bursche nicht viel.
Obwohl beide ziemlich groß sind und den Überblick haben, finden sie Beth Ditto nicht auf der Bühne.
Halbprominente zu suchen ist auch ein guter Zeitvertreib. Wobei halb vermutlich übertrieben ist. Diese Grazer Designerin kennen nur wirklich Eingeweihte.
So muss man wenigstens kein schlechtes Gewissen haben, wenn man an der Bar statt ganz vorne steht. Außerdem sind wir doch nach Graz gefahren, um diesem Freiluft Dings zu entkommen. Im Dom ist dann auch alles gleich viel besser. Es ist ordentlich stickig, alle schwitzen, stinken aber merkwürdigerweise weniger als oben und hier lohnt sich der Blick auf die gute alte Bühne wirklich. Das Acid Symphony Orchestra sind zehn Buben mit jeweils einer 303 in der Hand und ein Dirigent, der alles zusammen hält.
Nerds sind die besseren Frauen.
Rolands sind die besseren Nokias.
Jori Hulkkonen sorgt für prickelnde Stimmung.
Es folgt eine kleine Durststrecke mit dem abgedroschenen Sound, den man eh jedes Wochende in irgendeiner Unterführung hört. Ja, Ed Banger war richtig lustig – vor fünf Jahren. Jetzt kann man zwar auch noch ganz gut dazu tanzen, aber aufregend ist das ganze Electro-Bumms-Zack halt nur im Vergleich zu Minimal-Techno. Und nicht einmal da bin ich mir sicher.
Mr. Oizo sichtlich bemüht.
Den Grazern gefällt es. Die haben ja auch kein Fluc.
Man bekommt fast das Gefühl, dass manch einer gar zum ersten Mal in seinem Leben einen Dj sieht.
Es ist ein erhabener Moment, als der Gringo mit den teuren Schuhen die Bühne betritt. Aber verkörpert Diplo auch nur das Böse der Globalisierung indem er aller Herren Länder bereist, die spannendsten Sounds absaugt und verbrannte Erde zurücklässt? Ein Profiteur, den in Philly niemand mehr gut findet? Für die nächsten Stunden ist uns das scheiß egal.
Er lässt die noch immer viel zu monotone, einfallslose Auswahl seiner beiden Homies, mit denen er sich abwechselt, weit hinter sich. Diplo spielt fast alles. Als dann auch noch ein kurzes Dubstep Set mit Cockney Thug als Höhepunkt kommt, sind alle Kritikpunkte am Großmeister vergessen. Und beim A Milli-Remix fang ich aus Freude an zu weinen.
Das Triumvirat: Fake Blood, Diplo und Boy 8-Bit
Er hat den Abend wie ich geliebt.
Er hat nicht aufgelegt und schwitzt trotzdem.
Arabyrd von Cruchtime auf der Bühne mit Diplo.
Der glücklichste Moment meines Lebens: Diplo und ich von Kasa fotografiert.
db
vice ist so deppert und lädt sich einen ed banger act zum geburtstag ein (ging wohl nix besseres her, hm?) und der liebe autor hat immerhin beinahe die hälfte dieses textes verwendet, über ebendiese fratzen und den teufel fluc zu jaulen...
man kann dazu (musik) ja stehen wie man mag, aber etwas ambivalent ist das schon, oder?
... diese minimaläffchens... zu klug und schön für diese welt.
Posted by: trueffelschwein | May 21, 2009 at 05:31 PM
ich find halt mr oizo nicht mehr so spannend, weil ich ihn unlaengst im fluc gesehen habe. dass edbanger fuer party funktioniert ist unumstritten. ich freu mich auf kamp. und dich, trueffelschwein. kommst eh?
Posted by: david | May 21, 2009 at 06:51 PM
ich komme jeden tag, das muss reichen
Posted by: trueffelschwein | May 21, 2009 at 07:22 PM
crunchtime bitches
Posted by: oida | May 22, 2009 at 11:14 AM
fettarsch hoschek und ganz viele schlechte menschen
i <3 kuhstall
Posted by: fatma | May 23, 2009 at 03:31 PM
"Den Grazern gefällt es. Die haben ja auch kein Fluc."
:)
Posted by: ³ | May 24, 2009 at 06:32 PM