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MUSIK REVIEWS

Musikreview Hier sind die aktuellen Reviews zu den Alben von MARY EPWORTH AND THE JUBILEE BAND, THE KILLS, EX-BOYFRIENDS und RAOUL SINIER ...

Nocover MARY EPWORTH AND THE JUBILEE BAND S/t
Hands Of Glory9

Gestern Nacht haben sich ungefähr 20  Indie-Jungs in die neueste Reinkarnation des MargoTimmins/HopeSandoval-Geistes verliebt. Sein Name ist Mary Epworth. Mary erschien auf der Bühne als Frontfrau der Vorband des Pissed Apostels Michael J. Sheehy und blieb dort bis zum Ende der Nacht. Die Lieder, die sie sang, waren von dieser sonnigen, altverwurzelten, etwas konservativ-psychedelischen Americana-Art, wie sie nur von Engländern gemacht werden kann, die nicht in London oder Liverpool aufgewachsen sind. Mit ihrer Stimme und Hingabe hat sie alle umgeblasen. Sie ist bestimmt ein nettes Country Girl, sicherlich bald berühmt und in naher Zukunft  werden sich notgeile Musikjournalisten um Interviewtermine prügeln. Wir haben ehrfurchtsvoll eine ihrer handbedruckten CDs erstanden und hüten diese jetzt wie unseren Augapfel.
GEORGE POP & IGGY MCCRAE

Kills THE KILLS Midnight Boom
Domino8

Hier haben wir eines der seltenen Beispiele dafür, dass ich mich wirklich hingesetzt und mir die Zeit genommen habe, ein Album zweimal zu hören, bevor ich anfing darüber zu schreiben. Wahrscheinlich einer der stylishsten, unangestrengtesten und interessantesten Veröffentlichungen des Jahres. Und der zweite Monat ist gerade zur Hälfte um.
CONFIDENTIAL REPORT

Exboyfriends6 EX-BOYFRIENDS In With
BB*Island/Absolutely Kosher/Cargo 4

Drei Ex-Boyfriends (Durchschnittsalter 32, kein Bauch oder Bart, aber alle Brillenträger), mit mehrfach gebrochenen Herzen suchen liebevolle, ehrliche und treue Partner um gemeinsam die Welt zu erkunden. Unsere Hobbys: College-Radio-Hören, Brettspiele, rumjammern über Liebeskummer. Ihr solltet Weezer mögen und nicht so anspruchsvoll sein. Interesse?
KAI PFLAUME

Sinier RAOUL SINIER Huge Samurai Radish
Ad Noiseam/A-Musik8

Dunkle elektronische Nebenbeimusik, die nicht zum Merken und nicht zum Vergessen gemacht ist, sondern zum Hören. Junge Menschen mit schwarzgefärbten Haaren werden es mögen, aber auch ein paar von denen, die sehr weite Hosen anhaben und immer was zu Kiffen. Und dann noch die, die auf der Suche nach exzentrischem Material sind, mit dem sie Plattensammlung und damit Ego aufwerten können, denn darum geht es ja letzlich bei allen drei genannten Archetypen, denen gemein ist, dass sie zuviel Zeit mit dem Sinnieren über die Proportionen ihres primären Geschlechtsorgans verbringen und ihre daraus entstehenden Wahrnehmungsstörungen (ok, bei manchen ist der Schwanz bestimmt wirklich zu klein...) durch allerlei Dinge zu kompensieren versuchen. Ist legitim, ändert natürlich aber nicht wirklich was. Man könnte das Geld auch in einen Martial Arts-Kurs stecken oder selber Musik machen. Raoul Sinier, dieser gerissene Kerl, macht beides. Deswegen kann er auch protzig „Huge Samurai Radish“ sagen und du nicht.
BLOW MY COOL BLOW MY EGO

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