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PRINZ PI - TOUR-UPDATE

Pi2Tag 4
Wir haben wie die Schweine geschwitzt und wollen uns nur noch duschen. Nach Absolvierung eines seit Tagen überfälligen Morgenschisses wird uns die Disfunktion der Wasserleitungen im ganzen Haus bewusst. Zum Glück gibt es hier immer in der Toilette einen Noteimer voll Wasser. Das Frühstück ist grandios und besteht aus einem kleinen Stück Mango und einem Toast ohne alles. Aber Hunger hat man sowieso nicht bei der Hitze.

Wir warten vor dem Haus auf einen bestellten Fahrer, der uns in das GNRC Center bringen soll. Dort sollen wir einen Workshop für Computerprogramme machen, darum sind wir so früh auf. Der Typ verspätet sich um anderthalb Stunden. Nach einer halben Stunde Fußmarsch zu einem Taxi und einem einstündigen Stau kommen wir mit drei Stunden Verspätung zu dem Workshop an.  In Deutschland wäre jedes Kind hier der mustergültigste Schüler, den man sich nur vorstellen kann. Jeder will lernen und ist diszipliniert. Wir sprechen zwei Stunden über die Probleme der Kids und inwiefern HIV/Aids für sie ein Thema darstellt. Dann sprechen wir über die Möglichkeiten von Musik Nachrichten zu verbreiten, über die kulturübergreifende Reichweite und kommen zu dem Schluss einen Song mit einer starken Nachricht zu schreiben.

Jedes von den Kids hat mit seinen dreckigen und zusammengeklaubten Straßenklamotten mehr Style als herausstaffierte europäische Kids. Die coolsten Shirts sind zu finden. Merkwürdige Bootlegs bekannter Marken, die fast schon eine neue Kunstform ergeben: Besonders schön ein 50 Cent Shirt, das vom "Layout" und den Farben her aussah wie ein Bayer München Trikot.

Abends geht es erst in eine Bar, die von einer Frau von der holländischen NGO vorgeschlagen wird. Die Bar ist auf dem Dach des örtlichen Kempinsky. Die Getränke sind wässrig. Die Aussicht ist super. Das Publikum ist schrecklich. Es setzt sich zusammen aus Expeds, reichen Touristen und anderen Menschen, die aussehen wie aus Dallas. J.R. habe ich dreimal gesehen. Die Leute tragen Chinos, Hipbags und in die Hose gesteckte Polohemden und besehen alle anderen Kleidungsstile als kulturlos. Wir gehen schnell und klauen einem dicken Ami noch schnell seine Camels.

CutDer Club den Fid-Q vorschlägt ist voll. Es sind 70% Frauen da und 30% Weiße. Alle tanzen wahnsinnig gut und es ist wie eine Tanzszene aus einem Bollywood-Film, nur dass nicht ganz so viele Inder da sind (aber einige) und sich nicht alle synchron bewegen. Es wird Bier bestellt. Durch irgendeine Missverständnis steht auf einmal unser ganzer Tisch voll mit Bieren, die zügig verkostet werden. Nachdem der Pegel, der kurz vor dem Vollrausch eintritt, und richtiges Rumgespaßte auf dem Tanzflur ermöglicht, endlich erreicht ist, bekommt Fid-Q einen Anruf.

Sein bester Freund hatte einen Autounfall. Hektisch wird ein Taxi herangewunken und zur Unfallstelle gerast. Der verunglückte Wagen ist nicht zu sehen, nur zwei beschädigte Kleinbusse und viel Polizei. Dann entdecken wir das Auto 50 Meter weiter auf dem Dach liegend neben der Fahrbahn. Es sieht aus, als wenn es sich mehrfach überschlagen hätte. Alle Scheiben sind zertrümmert. Im Moment unseres beim Auto Eintreffens ziehen Sanitär den Fahrer und Beifahrer aus der zertrümmerten Windschutzscheibe. Dabei fassen vier Sanitär sie jeweils an Armen und Bein wie ein geschlachtetes Tier, ohne den Nacken zu stützen. Die Besoffenheit ebbt in großen Wellen ab und weicht einer Übelkeit. Die Krankenwagen fahren davon, wir gehen nach hause.

Tag 5
Der nächste Workshop ist nicht nur für Rapper sondern eher mehr für Musiker mit Instrumenten. Die Leute karren alles an: Drumset, Verstärker, elektrische Gitarren, traditionelle Bongos und Trommeln, ein Junge mit einer dicken Zahnlücke kommt mit einer tansanianischen Holzflöte. Wir sprechen zunächst ebenfalls lange über Musik und Aids, ein jeder stellt sich vor und gibt eine kurze Kostprobe seines Könnens.
Wir starten eine Jamsession. Alles trommelt und stampft und plötzlich bringt der Junge mit der Flöte eine Melodie raus, die hängen bleibt und auf die Leo, der Blues-Gitarrenspieler einsteigt. Die Bongos folgen, der "westliche" Drummer gibt einen lockeren Downbeat dazu. Auf einmal ist der Song schon halb am Start. Ein Typ der genauso aussieht wie Bob Marley macht einen auf Bandleader und strukturiert alles etwas. Wir sprechen über die Songstruktur und eine Stunde später ist alles fertig. Bob Marley und ich sprechen lange über Musik. Er war schon auf der ganzen Welt auf Tour. Er sagt, die krassesten Reggaefans gibt es in Shanghai.

Am Abend betrinken wir uns mit Safari Bier an einer Straßenecke unter blauem Neonlicht. Dazu essen wir irgendein Fleisch, das eine zahnlose Frau über einem Feuer brät. Das Fleisch ist sehr flechsig und zäh. Der Gedanke an Ratten kommt auf. Der Gedanken an einen der streunende Straßenköter ebenfalls. Ich meine, Fell zu kauen. Wir trinken noch mehr Bier. Die Typen von dem Unfall gestern sind wie durch ein Wunder nur leicht verletzt und wieder zu hause.

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Kommentare

hahahaa ich hab gelacht.. kooler blogeintrag. :)

superlustiger beitrag - vor allem die morgenschiss-problematik, aber schön, dass es noch geklappt hat:-)
ansonsten sehr interessant und gut geschrieben - weoter so!

Haut rein Porno

:D jooo sehr geil, thx Meista

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