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PRINZ PI - TOUR-UPDATE

Img_0285Tag 6
Der Tag des Konzertes. Wir sollen ein Konzert geben mit den Leuten aus dem Workshop. Für den Soundcheck sind 5 Stunden anberaunt und ich frage mich warum so lange. Als wir in dem Russischen Kulturzentrum eintreffen, das einen aulaähnlichen Raum zur Verfügung stellt, bauen die Techniker gerade eine PA auf. Es gibt etwa 8 Subwoofer und 2 normale Boxen. Der Techniker hat einen Mixer, an dem er aber immer nur an Fadern rumdreht, die an nichts angeschlossen sind und demnach nichts bewirken. Er fragt immer wieder: "Is ist better now?" Alles dauert ewig. Wir treffen einen russischen Künstler, der in dem Kulturzentrum seine Ölmalerei ausstellt. Die Bilder zeigen stürmische See und Landschaften aus Sibirien. Der Typ sieht aus wie John Lennon, wenn John Lennon ins Fitnessstudio gegangen wäre. Er hat einen krassen Schnauzer, den er fortwährend streichelt.

Der Soundcheck dauert länger als geplant. Der Techniker verkabelt die Boxen so, wie man Detonationsladungen verkabeln würde, mit spiralmäßig gedrehten Drähten und schaltet sie in Reihe. Weil er ganz am Anfang was falsch macht, funktioniert natürlich alles nicht. Eine Stunde später geht es irgendwie. Irgendwie heißt: Die Bassgitarre ist auf den normalen Boxen zu hören, alle anderen Instrumente ausschließlich auf den Subwoofern, bestehen also nur aus Bassbrei.

Dann fängt das Konzert an. Die Halle ist beleuchtet. Zum Beginn des Konzertes wird das Licht zwar nicht abgeschaltet, aber stattdessen zusätzliche Neonröhren angeschaltet. Die 150 anwesenden Gäste, viele davon Straßenkinder, die wir eingeladen haben, stört das nicht. Bei unserem Auftritt springen alle rum wie Fans der ersten Stunden und bei jeder neuen Strophe brechen sie in frenetische Freudenschreie aus. Es ist großartig. Wie sehr müssen die Leute hier durchdrehen bei jemandem, den sie kennen und verstehen? Im Stile eines Liederabends bieten viele Künstler, die irgendwie an den Workshops beteiligt waren, eine kleine Performance dar. Die Rapper aus dem Workshop machen ihren Song, als Finale kommt der Song, den wir mit den ganzen Musikern gemacht haben.

Nach dem Konzert sprechen wir noch lange mit den Musikern und tauschen Meinungen und Erfahrungen aus. Abends arbeiten alle im Haus an ihren Laptops. Die Moskitos haben mal wieder einen Weg gefunden durch die verschiedenen Mückennetze und das Mittel, das wir uns auf die Haut schmieren, nützt auch nichts. Sie stechen mich 10 mal in den Fuß. Die Stiche ergeben den Buchstaben C. Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll. Einer der Programmierer will irgendwann eine Mücke totschlagen, die auf seinem Laptop sitzt. Dabei zerstört er leider seinen Laptop, der keinen Mucks mehr von sich gibt. Wir gehen spät schlafen, aber immerhin können wir gleich einschlafen.

Img_0291Tag 7
Die Arbeiten an Songs für einen Benefiz Sampler mit Beiträgen aller beteiligten europäischen und afrikanischen Künstlern beginnt. Das Studio ist in einem "upperclass" Viertel. Nichtsdestotrotz gibt es keinen Strom und ein Generator veranstaltet direkt neben dem Haus Terror. Das Studio ist ein kleiner Raum mit Schallkabine unter einem Flachdach. Es herrscht eine Wahnsinnshitze. Wir schwitzen wie die Hunde. Als wir kurz rausgehen aus dem Studiogelände, um etwas zu holen, hält sofort ein riesiger Pick Up Truck eines Sicherheitsservice vor uns und mustert uns genau. Der Wagen ist wirklich riesig und alles glänzt und blinkt. Die beiden Wachmänner tragen schwarze Uniformen und die gleichen Sonnenbrillen wie californische Highwaycops. Der eine legt seine Hand an seine Pumpgun und tätschelt sie. Dann fahren sie weiter.

Der Song wird gut. Leo, einer der Musiker vom Workshop, spielt eine Bluesgitarre darüber. Das Krasse an Leo ist, dass er nie aufhört zu lächeln. Seitdem ich ihn kennengelernt habe, lächelt er immer. Gegen abend sind wir fertig. Fid-Q will uns nun seine Nachbarschaft zeigen. Das Taxi rumpelt eine halbe Stunde durch eine Mondlandschaftsstraße. Wir hören die ganze Zeit den Song, den wir aufgenommen haben, im Loop. Dann sind wir da.

Wir gehen in eine Bar. Fid-Q legt sofort die CD ein und wir hören den Song im Loop solange wir da sind. In der Bar sitzen ein paar seiner Nachbarn und andere Musiker. Alle geben sofort Brothershakes und sind super freundlich. Jeder feiert den neuen Song. Ein paar singen auch die deutschen Textzeilen mit. Nach der 10 Wiederholung. Wir trinken ein paar Bier und hängen vor der Bar rum auf Plastikstühlen, die so kaputt sind, dass man 3 davon ineinander stecken muss, damit man einen Benutzbaren erhält.
Weiter geht es mit dem Taxi zu dem Pizzaladen von neulich. Auf dem Weg hören wir den Song im Loop. Bei dem Pizzaladen angekommen, steht das Taxi davor, beide Türen offen, der Song im Loop. Wir bekommen die Pizza, die sehr scharf und gut ist und essen auf der Veranda des Pizzashops. In der Dunkelheit schütte ich eine halbe Flasche Chilisauce auf meine Pizza, die daraufhin neue Berggipfel der Schärfe erklimmt und in meinem Mund einschlägt wie eine Atombombe. Wir gelangen in das Gästehaus und die Leute vom Filmteam wollen unbedingt den Song hören.

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Kommentare

lad mal song hoch pi yoo ;)

deine Berichte machen richtig lust auf reisen..

, die daraufhin neue Berggipfel der Schärfe erklimmt und in meinem Mund einschlägt wie eine Atombombe

Die Wortwahl und die Vergleiche sind einfach nur Porno;-)!! Weiter so

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