PRINZ PI - TOUR-UPDATE
Tag 10
Wir sollen ein Video drehen zu einem der aufgenommen Tracks. Wir
entscheiden uns für den ersten Song. Das Filmteam hat die Idee, in einer
Schule zu drehen, dort gibt es optisch reizvolle Räume und man kann gute
Einstellungen machen. Sie haben nicht mit den Kindern gerechnet -
Schellt die Pausenglocke, umringen einen sofort hunderte Kinder. Um sie
in völlige Begeisterung zu versetzen genügen Wörter wie "Manchester
United" oder "Ronaldinho". Bei "Oliver Kahn" toben alle los.
Irgendwie passiert an dem Tag sonst nichts. Ich weiß nicht warum, aber ich bin sehr lethargisch und fühle mich ausgeknockt. Ein schweizer-deutsches Ehepaar um die 50, die ebenfalls in der Herberge wie wir nächtigen für ein paar Tage und sich auf einer Tour durch ganz Ostafrika befinden, hat sich mit Mumps angesteckt. Ich bilde mir ein, dass mein Hals dick wird, bis ich es wirklich fühlen kann und rede mit einem vom Filmteam über Krankheiten. Die Zahnschmerzen sind auch noch da und schlimmer. Ich beschließe meinen Mund nun täglich in der Hoffnung auf Besserung zu desinfizieren.
Ich habe eine Betrachtung zur Fauna anzumelden. Alles ist hier größer. Die Ameisen sind das zehnfache von den europäischen Ameisen. Die Tausendfüssler sind so dick wie mein Ringfinger und etwa doppelt so lang. Außerdem kann man auf sie (barfuß) drauftreten, ohne dass sie kaputgehen. Die Schmetterlinge sind mindestes so groß wie meine zwei Handflächen ohne die Finger und maximal so groß wie Handflächen mit Fingern. Salamander sind überall und immer da wenn man sie nicht braucht. Dann stieren sie einem genau ins Auge. Wenn man mal einen sucht, sind die Dinger für Stunden unauffindbar. Käfer gibt es auch viele und vor allem sehr viele sehr große. Hühner sehen sehr dreckig aus und rennen überall auf der Straße rum und fressen Müll. Die gleichen Hühner werden dann gekocht. Hunde streunen nachts herum und sind in der Regel so häßliche Köter, die aussehen wie ein fellloser Windhund nur etwas dicker und größer. Und sie stinken. Die Katen sehen auch sehr häßlich aus und haben sehr wenig Fell.
Tag 11
In Zanzibar steigt ein Musikfestival in Stonetown, das wir besuchen wollen. Darum fliegen wir nach Zanzibar, der Flug geht um 6 Uhr morgens. Eine Stunde vorher sollen wir normalerweise da sein, die Fahrt zum Flughafen dauert 30 Minuten. Wir müssen also um 4:30 los. Fid erklärt uns, die Fahrt dauere nur 15 Minuten und wir bräuchten nur 15 Minuten vorher da sein. Darum stehen wir um 5 an der Straße und warten auf den bestellten Fahrer, der aber erst um 5:20 kommt. Um kurz vor 6 sind wir dann an einem Charterflughafen, der leider geschlossen hat und zu dem wir auch gar nicht müssen. Irgendwie pest er dann noch zum internationalen Flughafen und weil der Flug sich verspätet kommen wir irgendwie noch in letzter Sekunde mit und hasten zu der auf dem Flugfeld bereits die Propeller anwärmenden Maschine.
In Zanzibar laufen wir über den Strand. Ich habe gehört, es gäbe hier kleine Affen und mein Traum war schon immer ein kleiner Affendiener mit rotem Fez wie in dem ersten Indiana Jones Teil. Am Strand treffen wir einen Typ, der aussieht wie Bob Marley als Pygmäe und sich auch Bob Marley oder wahlweise Captain Alex nennt. Er lacht ununterbrochen und verspricht uns, alles zu besorgen, was wir wollen. Ich frage ihn nach dem Affendiener und er sagt zu morgen könnte er sich um einen kümmern. Nur die Ausfuhr sei unsere Sache. Er sagt auch, man möge ihn ja nicht verwechseln mit einem herkömmlichen Beach Boy, also einem Typ, der Fremden seine Dienste anbietet. Er sei vielmehr ein Beach Operator, was so einige Rangstufen höher sei. Dabei lacht er und zeigt seine angefaulten Zähne.
Abends treffen wir ihn wieder und aus Langeweile sagen wir ihm er soll uns Gras besorgen. Er fragt ob wir nicht lieber Heroin wollen aber wir möchten Gras. Nun ist es so, dass ich nie kiffe. Captain Alex aka 1/2 Bob Marley führt uns in ein Dorf, in dem der Strom ausgefallen ist. Hier sitzen nur Schwarze an Tischen und kaufen Fusel aus einer mit Neonlicht per Generator beleuchteten kleinen Bar, wo wir uns auch niederlassen. Dazu beschaffen wir einen Tisch und Stühle aus einem Haufen Gerümpel am Straßenrand. Direkt neben uns steht eine Ziege herum und stiert starr in die Dunkelheit. Wir bestellen Bier und Captain Jack-Alex sagt zum 500. Jubiläum "No Problem, absolutely no problem". Er holt Gras, das aus unerfindlichen Gründen in einer Art Tausendfüssler aus Papier eingerollt ist. Wir trinken Bier und rauchen Gras bis es alle ist. Ich merke nichts davon, das ist der Grund warum ich nicht kiffe. Weil es bei mir leider nicht wirkt.
Während wir so sitzen, kommt ein anderer Schwarzer dazu, der sich als Beach Boy vorstellt. Er erzählt von seiner Freundin, die 60 Jahre alt ist und aus Italien kommt. Er selber ist so etwa 30. Der Typ wird voll aggressiv und keiner weiß eigentlich warum. Er geht uns voll auf den Zeiger und die Stimmung wird nur durch den Kette rauchenden Bob Marlboro aufgelockert, als dieser mitten im Satz einen kapitalen Rülpser lässt. Wir gehen zu unser hotelartigen Unterkunft, wo wir die nächsten 2 Nächte bleiben und pennen. Irgendwie schaffen wir es nicht auf das Festival, weil wir viel zu besoffen und bekifft sind und ich bin sauer, dass ich keinen Affendiener habe.


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ja man mach mir auch Affendiener kla, okay ?
Kommentiert von: steffen | 15. Februar 08 at 17:04 Uhr
Hey Pi du bist ja doch nen Kiffer. Die Ausrede von wegen wirkt net etc. gilt nich. Gekifft is gekifft.
Kommentiert von: bob | 22. Februar 08 at 11:22 Uhr
xD wieder sau geiler schreibstil ^^ na und gekifft und wayne... sehr geil pi gute besserung :D
Kommentiert von: Stan | 27. Februar 08 at 20:24 Uhr