PRINZ PI - TOUR-UPDATE
Tag 3
Wir fahren durch diverse Jugendhilfseinrichtungen und sprechen dort mit den Leitern, die uns von ihrer Arbeit erzählen. Es gibt viele Straßenkinder hier, die sich in Gangs organisieren, die dem einzelnen Gangmitglied einen gewissen Schutz auf der Strasse bieten. Sie verticken Drogen wie Klebstofftüten oder machen etwas Geld mit Prostitution. Die Aidsrate ist natürlich irrsinnig hoch. Jedenfalls rappt uns der etwa 7jährige 2-Pack in einem der Center seine neusten Lyrics vor. Auf jeden Fall mit wahnsinniger Motivation und richtig, richtig gutem "Flow". Im nächsten Center für Jugendliche gibt es Graffitis. Die sind sehr farbenfroh, aber von trauriger Message: Statt coolen Namen wie "Tracy 184" oder sowas sprühen die Leute "Don´t give up!" oder "Peace" an die Wand. Die meisten sind Straßenkinder, die mehrere Jahre auf der Straße gelebt haben und dort das betrieben haben, was manche Deutsche Rapper als "hustling" bezeichnen.
Abends gehen wir zu EATV Channel 5, die eine wichtige Show für Rapmusik haben, die wohl in ganz Ostafrika läuft. Das ganze erinntert etwas an MTV Yo-Raps. Der Host ist ein 2 Meter 10 großer Typ in weißen wallenden Kleidern, der sich selber unheimlich feiert. Jeden Track kündigt er euphorisch an. Im Studio, in dem aufgezeichnet wird, ist der Typ und sein DJ, die beide unfassbar abgehen. In dem Regieraum davor hängen die eingeladenen Rapper herum, von denen einer auf jeden Fall krassere Muskeln als Fiddy hat. Auch sein Kopf ist sehr kantig. Er wirkt wie ein Polygonmodell von einer Figur von der Playstation 2 und trägt eine sehr dicke silberne Kette.
Der Produzent von der Sendung findet die Regisseurin von unserem holländischen Filmteam sehr attraktiv und bittet sie zu Beginn der Sendung zu einem kurzen Interview in das Studio. Dabei gefällt sie ihm so gut, dass Marike zum Co-Host erhoben wird und für die nächsten 1 1/2 Stunden zum Tanzen animiert wird. Einer der dreie Kameramänner gibt sich langen Fahrten über ihren Rücken bis zum unteren Ende ihres Dreh-Outfits hin.
Danach fahren wir gegen 2 Uhr in eine Cocktailbar, die Fid-Q uns empfiehlt. Der Barmann mischt uns Cocktails, die aus mindestens 6 Sorten starkem Alkohol bestehen und blau leuchten. Wir sippen die Cocktails im Hof vor der Cocktailbar, der voll ist mit Leuten aus der Bar. Alle sind sehr offen und herzlich und wollen wissen was man macht. Der Kleidungsstil ist urban-europäisch mit Schlag in die Hiphop-Ecke, wenn es nicht so heiß wäre, könnte es in Köln sein.
Draußen warten wir auf ein Taxi, das nicht kommt. Zwei junge Typen kommen in einem knallgelben nagelneuen Mercedes Cabrio angefahren. Es ist das erste teure Auto, das wir sehen. Die beiden Typen beschleunigen und kacheln unter dem Johlen von einigen Mädels, die an der Straße ebenfalls auf ihr bestelltes Taxi warten, volle Kanne über einen "Speedbump". Das Auto hebt funkenschlagend ab und scheppert laut auf die Straße auf. Sie bremsen und wiederholen den kleinen Stunt.
Nach dem zwanzigsten Mal wurde mir langweilig vom Zugucken, aber den beiden Typen nicht. Da fragte ich mich, wielange die das schon machen und mein betrunkenes Hirn sagt mir, dass Mercedes wirklich wieder gute Qualität machen muss, wenn das Auto das aushält. Unter dem Sound des sich langsam zerstörenden Mercedesfahrerduos hält eine klapprige Karre die uns als Taxi dienen soll.
Das Ding scheppert durch die Nacht und alle bis auf mich rauchen Embassy Zigaretten. Der Motor stottert, als wir über eine Straße fahren, die nur aus Schlaglöchern besteht. Auf der Landstrasse stottert der Motor wieder und geht schließlich aus. Der Fahrer flucht und wir kommen irgendwie zu einen Tanke ein paar hundert Meter weiter. Die Tanke ist zu. Der Fahrer tritt in ein paar Pappkartons, unter denen der Tankstellenwart pennt. Der flucht auch und wir laufen nach längerer Diskussion mit dem Fahrer zu einer Holzbude.
Ich habe schon den ganzen Abend Hunger. Die Holzbude ist eine Pizzeria und wir bestellen Pizzen, von denen wir nichts erwarten. Während wir komatös auf der Verande herumsitzen, hält ein großer Jeep, aus dem dicke große Männer mit so etwas wie Patchwork-Seidenhemden aussteigen. Die örtliche Nachtclubmafia-Chefetage sind zum Glück bekannte von unserem Partnermusiker und alles bleibt cool.
Die Pizza kommt und ist wirklich wahnsinnig lecker. Nicht nur wegen dem besoffenen Zustand, sie ist wirklich richtig richtig gut. Natürlich erwartet man bei einer Pizza Peperoni nicht unbedingt Zwiebeln statt Pepperoni, aber die Pizza rockt. Der Fahrer kommt auch irgendwo her wieder an und hat den Tank etwas aufgefüllt. Wir kämpfen mit diversen Sicherheitsschlössern, wanken in unsere Bette und unter die Moskitonetze und schlafen den Rausch für ganze 3 Stunden aus.


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Sehr kooler Blog Eintrag.. finds gut dass man das hier verfolgen kann was der Pi so treibt..
Und wie von den Supporter Newslettern gewöhnt, wundervoller Schreibstil ;)
Kommentiert von: Julie | 04. Februar 08 at 19:20 Uhr
ist das nicht von pi geschrieben hört sich zumindenst stark dananch an...
Kommentiert von: atze | 07. Februar 08 at 19:20 Uhr
türlich ist das von i steht doch auf seiner hp und hört sich wie ja schon erwähnt nach ihm an.
Kommentiert von: atze | 07. Februar 08 at 19:24 Uhr
pi :D
Kommentiert von: atze | 07. Februar 08 at 19:30 Uhr
Oh man schon so lange keinen Eintrag mehr :(
Hoffentlich ist Pi nicht in irgendeiner billigen Kopie vom Dschungelcamp gelandet. "Demnächst auf RTL3. Das Wüstencamp. 24 Stunden am Tag live"
Oder Pi wurde von Rebellen verschleppt, obwohl wenn ich recht überlege, würde er sich mit denen sicher gut verstehen...
So nun wird wieder gearbeitet und gehofft das bald ein neuer Eintrag kommt.
Alles gute nach Afrika und natürlich auch an den Rest der Welt.
Kommentiert von: timo | 07. Februar 08 at 19:44 Uhr