Wir dachten bisher immer, Hadouken! wären ihrem Namen entsprechend eine
ziemliche Hau-Drauf-Band, die mit ihrer Mischung aus Grindie-Rock und Nu
Rave-Gelärme auf ihren Konzerten für leichte bis mittelschwere
Verletzungen im Publikum sorgen. Gestern spielten die vier Engländer
ihren zweiten Tour-Gig anlässlich ihres Debüts von Music for an Accelerated
Culture im Magnet in Berlin. Wir haben uns auf ein wildes Interview mit
jungen, motivierten Musikern gefreut, aber es war eher wie ein
schlechtes Blinddate. Sänger James schaffte das Unmögliche: das
15-minütige Interview zog sich wie Kaugummi, seine Digital-Kamera war
sowieso interessanter und meinen Vorschlag, es doch dann gut sein zu
lassen, lehnte er sicher nur aus einem letzten Funken Höflichkeit ab.
Das Ergebnis dieses Koma-Gespräches kannst du hier lesen.
Vice: Erstes Album, wie aufregend. Erzähl
doch mal.
James: Es sind insgesamt elf Tracks
drauf, wovon nur zwei Songs sind, die
wir bereits als Singles veröffentlicht haben, nämlich That Boy, That Girl und
Liquid Lives. Es ist auf jeden
Fall elektronischer und hat auch Game-Music-Einflüsse.
Ein bisschen hart, ein bisschen düster, ein bisschen
poppig. Es ist genau das Album geworden, das wir machen wollten.
Ist der Titel Music for an Accelerated Culture Kritik oder eine Hommage an eure Generation?
Ach,
es ist mehr ein Kommentar. Darüber, wie sich die Medienkultur immer mehr
beschleunigt. Es ist eigentlich mehr ein Ergebnis, als dass wir urteilen
würden.
Spielt ihr selbst gerne Konsolenspiele?
Als ich
jung war habe ich sehr viel gezockt, aber inzwischen habe ich da keine
Zeit mehr für. Wir stehen aber sehr auf diese Old School-Spiele von Atari oder Nintendo.
Würdest du auch sagen, dass Indie inzwischen
wirklich echt tot ist?
Ja,
ich finde schon, dass Indie gestorben ist. Irgendwann letztes Jahr. In
England unterstützen die Medien diese immer gleichen Bands schon gar nicht
mehr. Wir haben noch elektronische Einflüsse in unserer Musik, ich denke,
dass uns das ein wenig anders macht.
Wenn Hadouken! eine Droge wäre, was wärt
ihr dann?
Hmm...wir
wären sicher Alkohol. Wir trinken viel Alkohol. Eigentlich wären
alle Engländer Alkohol, trinken ist ja das einzige, was sie wirklich
machen.
Warum habt ihr so viele Remixe, EP's und
Singles rausgebracht, bevor euer Debüt-Album auf den Markt kam?
Wir
wollten uns einfach Zeit lassen. Eine solide Fan-Basis schaffen, Auftritte
haben, bekannter werden. Wir wollten uns die Zeit nehmen, die wir
im Endeffekt auch gebraucht haben, um es richtig zu machen.
Habt ihr diese Schuhbox noch, in der ihr im
Video zu That Boy, That Girl
tanzt?
Keine
Ahnung. Bob, der Regisseur, hat die gebastelt. Vielleicht hat er sie
noch.
Du bist nur am Gähnen...
Ich
hatte etwa vier Stunden Schlaf. Wir haben gestern den ersten Gig in Frankfurt
gehabt und hatten heute auch nur wenig Zeit, um Berlin mal anzuschauen,
obwohl das eigentlich die einzige deutsche Stadt auf unserer
Tour ist, die ich mir gerne genauer angeschaut hätte. Die Architektur
ist echt super. Wir waren an diesem Turm mit der Kugel und der
Spitze und haben Hot Dogs und Currywurst gegessen.
Ich wollte dich eigentlich fragen, ob wir
später zu eurem Eurodance-Minimix tanzen, aber das schaffst
du glaub ich nicht mehr.
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