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JAPANTHER UPDATE

Img_0869_2 In der letzten Ausgabe hatten wir das Vergnügen, uns mit Japanther über die sieben Gesichter des Erdbodens, Keanu Reeves und Ecken, an denen es nach Pisse stinkt, zu unterhalten. Vor ein paar Tagen haben unsere Kollegen aus den Staaten die zwei Noise-und-Sample-Athleten vor ihrer Show in Brooklyn getroffen und sie gefragt, wie es gerade läuft - und wie es war, mit dem Geister beschwörenden Penny Rimbaud zusammen zu arbeiten.

Vice: Was habt ihr denn mit Penny Rimbaud in Red Hook gemacht?
Ian Vanek:
Wir haben ein Stück mit dem Titel „Dinosaur Death Band“ eingespielt. Letztes Jahr haben Matt und ich diese zehnminütigen Beats geschrieben und ihn gefragt: „Kannst du darauf etwas Spoken-Word-mäßiges machen oder sonst etwas Künstlerisches beitragen?“ Wir haben ihm die Tapes nach England geschickt und er hat uns die Lyrik dazu zurückgeschickt. Wir haben sie gelesen, bearbeitet und ihm zurückgeschickt. Dann kam er nach New York, wir haben zusammen geprobt und dann im PS 122 die Premiere gegeben. Es war fantastisch und deshalb haben wir ihn wieder hier hergeholt, um alles in Red Hook aufzunehmen. Ich finde es wirklich aufregend, aber ich habe auch Angst, dass die Leute sich das anhören und sagen: „Was zum Teufel macht ihr da?“

Ist es so ähnlich wie die Spoken Word Sachen, die ihr auf der Bühne gemacht habt oder ist es irgendwie musikalischer?
Es bleibt irgendwie alles im Bereich der Performancekunst. Es ist so wie die Sachen, die ich als Kind geliebt habe, wie Devo, von wo ich zu Laurie Anderson und von da zu Jack Goldberg gekommen bin. Das sind alles Leute, die keine klare Trennlinie zwischen Performance und Musik ziehen. Von so was waren wir inspiriert, weswegen wir angefangen haben, unseren Stücken Titel zu geben und mit solchen Leuten wie Perry zusammenzuarbeiten, die aus einer anderen Generation stammen. Er war so etwas wie ein Harry-Potter-Magier, der dazukam und dem ganzen Magie gegeben hat.

Meinst du das so wie Studiomagie oder wie wirkliche Magie?
Wenn du so lange so lebst wie er und du ein wirklich freier Geist bist, kannst du dir selbst gestatten, mit der Erde in Harmonie zu wandeln und wirklich ziemlich mächtigen Scheiß reißen. Ich glaube, das ist der beste Weg, um das auszudrücken. Als wir seine Lyrik aufnahmen, fing sein Mikrofon beim zweiten Vorlesen an, zu zischen und rückzukoppeln wie eine zerkratzte Schallplatte. Jeder wusste, dass Geister oder so was das Mischpult in Besitz genommen haben mussten, denn es war eine komplett digitale Ausrüstung. Es war alles noch neu und sauber und plötzlich fängt es an, zu heulen und diese abgefahrenen Geräusche zu machen, während er vorliest und total dramatisch ist.

Uuh, gruselig. Ist das passiert, während er gelesen hat?
Ja, und es kam nur während seiner Pausen. Er las so und wenn er Luft holte und es eine Sekunde Zeit gab für irgendein Geräusch, kam gleich so was wie „juuu-juuu, chkeoOUU“. Es klang wie verrückte, kratzende Alien-Bomben.

Hat das Perry irritiert?
Oh, Perry ist absolut mit der Welle mitgeschwommen. Er hat keinen Takt verpasst. Als er wieder zur Tür reinkam, meinte er: „Ich habe mich wirklich in die Sache vertieft.“ Sein Stück heißt „I the Indigene“ und handelt davon, dass jeder seinen Ursprung irgendwo hier auf der Erde hat und dass es sinnlos ist, darüber zu streiten, wo genau. Es ist in einem ersten Tonfall gehalten und er hat sich wirklich auf das Thema konzentriert. Und ich glaube, ein paar Geister waren nicht so ganz einverstanden, oder vielleicht waren sie es – irgendwas ist da passiert. Aber das ist genau der Grund, weswegen wir mit Leuten außerhalb unseres Umfelds zusammenarbeiten wollen, weil dann manchmal solche Sachen passieren. Es war wirklich eine Ehre und ein irrer Höhepunkt für die Band.

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