REVIEWS - AXEL BARTSCH, THE LEGACY, ISLANDS, JOHN MATTHIAS
AXEL BARTSCH
Kiss
Karmarouge Records
Düster. Bestimmt nicht die Art von Musik, zu der man um sieben Uhr morgens tanzen möchte, wenn die Pillen einen auf einen schlechten Trip geschickt haben, man seine Freunde verloren hat und nicht mehr weiß, wo man sich befindet. Spürst du die Hand auf deiner Schulter? Das ist nicht dein Kumpel, das ist der verdammte Tod.
TOPAZ
THE LEGACY
Beyond Hurt Beyond Hell
Visible Noise
Ist ja eigentlich eine ganz hübsche Idee, Melodic-Hardcore-Harmonien mit D-Beat-Geröchel zu zerschroten. Nur wirkt es am Ende ein bisschen so als würdest du ein Sahnetörtchen mit Jack Daniels herunter spülen. Kleine bis mittlere Magenwehwehchen sind vorprogrammiert.
DR. ACIDHOUSE
ISLANDS
Arm’s Way
Rough Trade/Beggars Group/Indigo
Auf den ersten Blick macht es keinen Sinn, dass sich auf einer Platte, die nicht bei Mille Plateaux erscheint, ein Zitat von Martin Heidegger finden lässt. Eine mögliche Verbindung könnte darin bestehen, dass Heidegger Faschist war und trotzdem bis heute als wegweisender Philosoph des 20. Jahrhunderts anerkannt ist, während Islands dem Genre „Indierock“ angehören und trotzdem ein ganz gutes Album gemacht haben. Die Welt ist voller Widersprüche, aber wenn es anders wäre, bräuchte man ja weder Musik noch Philosophie.
ROLAND LOCH
JOHN MATTHIAS
Stories from the Watercooler
Counter Records/ Ninja/ Rough Trade
Ginge es nach dem Artwork der Platte, müsste einen Matthias’ jüngstes Album im großen Stil geradezu mit Kreativität überfluten. Stattdessen plätschert beim ersten Reinhören alles so dahin, als vernehme man die Itunesliste einer Physikerfete, wo selbst kacklangweilige Bildschirmanimationen noch interessanter anzusehen sind als jeder Typ im Raum. Ich hatte mir das Ganze aufgrund Matthias’ nerdigem Hintergrund als The Brain für The Fragmented Orchestra und früherer Kooperationen mit Thom Yorke irgendwie spannender vorgestellt, doch beim wiederholten Anhören ist das Teil dann gar nicht mal so schlecht: eine schöne, ruhige, gekonnt eingespielte Scheibe von Matthias’ Geschichtenwelt. That is, what I like to call “a grower“...
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heideggers faschophase war kurz und eher unbedeutend für sein werk
Kommentiert von: blabla | 25. Mai 08 at 17:48 Uhr