LONDON - BINAURALE DROGEN
Das Problem beim Drogennehmen ist, dass sie deinem Körper und deinem Gehirn schaden. Als ich dann von einer neuen Droge gehört habe, die man sich anhören kann, anstatt sie sich in die Venen zu spritzen oder in verschiedene Körperöffnungen zu ziehen, wollte ich dem Zeug auf jeden Fall eine Chance geben. Binaurale Drogen sind im Grunde die Pseudo-Drogen der Zukunft, weil sie nur den Verstand beeinflussen. Diese Drogen, die auf verschiedenen Takt-Geschwindigkeiten, Schallfrequenzen und auf deren Wirkung auf das subkordiale auditive Zentrum des Gehirns (was auch immer das heißt) aufbauen, versprechen, das Bewußtsein des Zuhörers zu verändern, indem sie zum Beispiel die Ausschüttung von jeder Menge Endorphinen stimulieren.
Für mich hat sich das alles nach gequrlter Kacke angehört, aber meine Freundin Hannah geht die ganze Zeit darauf ab, wie unglaublich sie wären und wie sie mit ihnen magischerweise ihre Regelschmerzen loswird. Also ließ ich es doch drauf ankommen. Ich habe mir hier ein paar davon runtergeladen, alle Lichter augeknipst, meine Augen geschlossen und die Schallwellen aus meinen Kopfhörern in mein Gehirn rieseln lassen.
Es gibt jede Menge Klangwelten und jede davon versprciht einen anderen Effekt. Das Spektrum reicht von klaren, bewussten Träumen, tiefer Entspannung und Euphorie bis hin zu erhöhter Konzentration, der Befreiung von Schlaflosigkeit und Stressabbau.
Die erste Droge, die ich nahm, hieß Hypnosis und überraschenderweise funktionierte sie. Ich fühlte mich total entspannt, fast schon meditativ. Und ehe ich mich versah, war eine Stunde an mir vorbeigezogen und ich fühlte mich ziemlich neben mir stehend und verwirrt von allem, was um mich herum war, aber auf eine gute Art und Weise.
Als nächstes probierte ich Rave aus. Das war wieder nicht so schön. Nachdem ich mir das ganze für ungefähr fünf Minuten angehört hatte, verspürte ich schon das unglaublich starke Bedürfnis, jemanden zu verletzen. Es hörte sich an wie Nägel auf einer Tafel, nur noch verzerrter und verfremdeter. Ich zwang mich dazu, es mir zehn Minuten lang anzuhören, wonach ich mich fühlte, als hätte ich gerade zehn Red Bull auf Ex getrunken und als wäre ein Vibrator in meinen Kopf implantiert worden. Immerhin ist es wahrscheinlich eine ziemlich gute Annäherung an einen Rave, Kopf-intern meine ich.
Das High, das man von diesen Drogen bekommt, ist vielleicht nicht das selbe, wie wenn man eine Doppelportion Ecstasy einwirft, aber man kann ein ziemlich warmes kribbelndes Gefühl bekommen, ohne sich gleich in ein sabberndes Monster zu verwandeln. Sie sind sehr zu empfehlen, als eine gesunde Alternative zu den üblichen hirnzermatschenden Drogen, obwohl sie natürlich noch viel besser sind, wenn du schon vorher unglaublich drauf bist.
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man sollte nur aufpassen, dass man nicht den braunen ton erwischt.
Kommentiert von: jan | 23. Juni 08 at 18:18 Uhr
Der Link ist tot!
Kommentiert von: Sebsen | 24. Juni 08 at 14:10 Uhr