Es gibt so etwas wie einen Zine-Olymp und das ist Printed Matter in New York. Wenn dein Zine in diesem pink leuchtenden Laden liegt, heißt das einerseits, dass sich Scharen von Hipstern von der Bedford Ave darum reißen werden und anderseits, dass es besser ist, als all der Scheiß, den irgendwelche Mitte-Philosophie- und Lateinstudenten in ihren Semesterferien mit ihren artsy Freunden zusammentackern, denn Printed Matter hat ein ziemlich elitäres Auswahlverfahren für ihre Zines. Dort eine Ausstellung zu haben ist etwa wie einen Diskus, den Cesar persönlich geschliffen hat, zu finden. Der Schweizer Zine Publisher Nieves zeigt dort im Moment fast alle Zines, die sie seit ihrer Gründung 2001 veröffentlicht haben.
Mein erstes Zine habe ich gemacht, als ich noch nicht einmal sechs Jahre alt war und das Wort Zine nicht einmal hätte schreiben können. Damals habe ich aus Wendy Comics, Stoff-Flanell-Pferde-Stickern und eigenen Zeichnung kleine Hefte für meine Freunde gebastelt. Das mit den Pferden habe ich zum Glück ein paar Monate später abgelegt und bin heute auch nicht zoophil. Puhh! Na ja, was ich sagen will ist, dass Zine-Tinte wahrscheinlich schon in meiner Muttermilch war oder so, dabei war das Wort Zine, als ich geboren wurde, schon zehn Jahre älter als ich.
Wie auch immer, für alles nach der Bücherverbrennung interessieren sich eh viel zu wenige Leute. Diese endlose Einleitung soll eigentlich auch nur als Legitimation meiner Liebe für Zines gelten. Wie auch immer.
Die Nieves Zines Ausstellung in Kombination mit Printed Matter war für mich folglich wie eine Koks-Flat Rate für andere. Weil ich herausfinden wollte, ob Benjamin, der Herausgeber von Nieves das auch so sieht, habe ich ihn einmal angerufen und mit ihm über Zines in Taschen und Tokyo geredet.... Er hat übrigens damals in den 90ern das Zoo Magazine gemacht und erst danach seine Liebe für den Fotokopierer entdeckt ...
VICE: Hey Benjamin, wie geht es dir? Hast du heute schon Zeitung gelesen?
Benjamin Sommerhalder: Ähhh, nein. Ich lese eigentlich keine Zeitung...
Ok, dann erzähl uns mal ein bisschen was über Nieves...
Ganz am Anfang habe ich mit ein paar Freunden eine Zeitschrift gemacht. Daraus ist irgendwie die Idee entstanden einen Verlag für Zines zu gründen. Wir hatten aber gar keine Ahnung davon, wie wir ein Verlag führen sollten. Das war alles ziemlich chaotisch. 2003 gab es fast keine eigenen Verlage.
Wahrscheinlich nur nicht in der Schweiz, du hast die Idee doch irgendwo geklaut?
Ich glaube, das war bei meinem ersten Tokyo Besuch. Dort habe ich mein erstes Zine gekauft, dass selbst rausgebracht wurde. An den Titel kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es war ein Künslter-Zine und ich habe das irgendwo in meiner Sammlung. Normalerweise haben die Künstler selbst versucht es irgendwie zu produzieren, aber hier war ein kleiner Verlag zwischengeschaltet.
Du hast doch bestimmt 1059 Geschichten zu den Zines auf Lager, erzähl mir mal eine...
Das Zine von Linus Bill "Do you wanna marry me" zum Beispiel hat er zusammengestellt und seiner Freundin damit einen Heiratsantrag gemacht. Das ist schon großartig.
Stimmt, das habe ich auch in der Austellung gesehen und es ist inzwischen ausverkauft. Sag mal, wie ist die Printed Matter – NIEVES Verbindung entstanden?
Das war gar nicht so einfach. Am Anfang musste ich einen Antrag stellen und danach wird entschieden, wer aufgenommen wird und wer nicht. Ich wurde zuerst ein paar mal abgelehnt. Ich weiß auch nicht mehr so genau warum. Man muss bestimmte Auflagen erfüllen, einen klaren Stil und eine bestimmte Linie haben. Es ist schon lange her, ich weiß es nicht mehr so genau.
Weißt du denn welches Zine du gerade in deiner Tasche hast?
Ich habe keine Zines in meiner Tasche, denn ich möchte nicht, dass sie kaputt gehen.
Hier ein paar Zines, die du in deiner eigenen kleinen Bücherei haben solltest ...
Dr. Roland Korg / P.A.M., They're already Here
Stella 3
Zoo magazine
MINNA BUCHHOLZ


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ich bins nochmal, eure praktikantin durfte noch einen blog schreiben. krass.
ich habe echt geglaubt, das miese vom bücherschrankblog ist nicht mehr zu übertreffen.
aber ich fasse noch mal zusammen, dieser blog ist die krasseste buchstabenkotze die ich je gesehen habe. Hier noch mal die highlights:
"Dort eine Ausstellung zu haben ist etwa wie einen Diskus, den Cesar persönlich geschliffen hat, zu finden."
"Das mit den Pferden habe ich zum Glück ein paar Monate später abgelegt und bin heute auch nicht zoophil. "
"Na ja, was ich sagen will ist, dass Zine-Tinte wahrscheinlich schon in meiner Muttermilch war oder so, dabei war das Wort Zine, als ich geboren wurde, schon zehn Jahre älter als ich. "
"Wie auch immer, für alles nach der Bücherverbrennung interessieren sich eh viel zu wenige Leute. "
"Die Nieves Zines Ausstellung in Kombination mit Printed Matter war für mich folglich wie eine Koks-Flat Rate für andere. "
"Du hast doch bestimmt 1059 Geschichten zu den Zines auf Lager, erzähl mir mal eine...
Das Zine von Linus Bill "Do you wanna marry me" zum Beispiel hat er zusammengestellt und seiner Freundin damit einen Heiratsantrag gemacht. Das ist schon großartig. "
"Hier ein paar Zines, die du in deiner eigenen kleinen Bücherei haben solltest ..."
Kommentiert von: Rupert | 07. Mai 09 um 21:27 Uhr
so what?
Kommentiert von: 7 | 08. Mai 09 um 09:05 Uhr