Du kennst doch sicherlich dieses warme, sprudelnde, fließend-rote Zeug, das aus den durchschnittenen Kehlen von Tieren fließt, während sie einen langsamen und qualvollen Tod sterben, oder? Die Schweden machen daraus Suppen, Puddings und Pfannkuchen und das stimmt wirklich. Es mag schon sein, dass die Tradition des Blutessens noch aus den guten alten Zeiten stammt, als hungernde Bauern dazu gezwungen waren, wirklich jeden Teil eines frisch geschlachteten Tieres zu essen, aber—auch auf die Gefahr hin, wie ein zurückgebliebener Christ zu klingen—hier in Sacramento, Kalifornien, wo ich aufgewachsen bin (und in den meisten anderen Orten auf der Welt auch), gilt es als Todsünde, Blut zu essen. Um die Bibel zu zitieren, Genesis 9:3: „Alles, was lebt und sich bewegt, soll Nahrung für dich sein. So wie ich dir die grünen Pflanzen gegeben habe, gebe ich dir jetzt alles. Aber du darfst nicht essen, was noch Blut in sich hat.“ In anderen Worten: es ist VERDAMMT ABARTIG sich mit Blut voll zu stopfen.
In Schweden allerdings scheinen die Leute irgendwie nicht Gefahr zu laufen, für den Blutkonsum in der Hölle zu landen. Immer wenn ich sage, „Iiiiihhhhh“, weil ich nicht anders kann, wenn ich sehe, wie sie in den Supermärkten diese riesigen Blutpopel hin und herreichen, fühlt sich mein schwedischer Freund Kristoffer angegriffen und fängt an zu erzählen, wie viele Vitamine und Eisen in Blut sind und dass Studenten es mit Nudeln essen, weil es so günstig und nahrhaft ist. Um meinem Standpunkt richtig klarzumachen, habe ich mich entschlossen, ihn dazu zu zwingen, tatsächlich das Zeug selbst mal zu kochen. Quasi den ganzen Prozess—vom Kehle Durchschneiden bis zum Verdauen. Seine Reaktion war (wie sollte es auch anders sein), „Nein, nein, nein, ich kann doch keinem lebendigen Tier die Kehle durchschneiden!“ Aber er hat sich auf den feigen Plan B eingelassen: Das Blut von Leuten zu kaufen, die genug Eier hatten, um ihr Gelaber in die Tat umzusetzen und es dann nach original schwedischen Rezepten zuzubereiten.
Blut-Pudding (“Blodpudding”)
Zutaten: ½ Liter Schweineblut, 50 g Butter, ein Bier, 3 ½ Dekogramm Mehl, 2 Teelöffel Zucker, ½ Esslöffel Salz und Pfeffer.
Erst mal mussten wir etwas Blut in die Finger kriegen. Die meisten schwedischen Metzger haben Unmengen davon auf Lager. Du bestellst es einfach von dem Typen hinter der Theke und er ruft seinem Kollegen zu, „Einen Eimer Blut bitte!“
Wenn du Blutpudding machst, musst zu zuallererst das Blut durchsieben, um die Fleischstückchen, die darin herumschwimmen, rauszubekommen.
Dann mischt du alle Zutaten (inklusive Bier) und füllst das Ganze in eine Backform, die du dann für 90 bis 120 Minuten bei 200° Celsius in den Ofen steckst.
Dann nimmst du sie aus dem Ofen, lässt es abkühlen und schneidest den Pudding in dünne Scheiben, die du dann in die Pfanne haust und anbrätst.
Traditionell wird „Blodpudding“ mit Preiselbeermarmelade und Schnapps serviert.
Fritierte Blutbuletten—Mmmmmm!
Blutpfannkuchen (“Blodplättar”)
Zutaten: 400 ml Schweineblut, 400 ml Milch, 400 ml Mehl, zwei Esslöffel Zuckerrübensirup, ein Teelöffel Salz und eine Prise Pfeffer.
Aber pass auf, das mit dem Braten geht echt schnell. Du musst sie wenden, sobald das Blut anfängt Blasen zu werfen.
Kristoffer liebt es, aufzuwachen und von einer wunderschönen Frau Blutpfannkuchen ans Bett gebracht zu bekommen. Wie romantisch.
Das letzte unserer traditionellen schwedischen Blutgerichte ist die Schwarze Suppe. Sie ist das einfachste unter den Blutgerichten. Alles, was du tun musst, ist, etwas Kalbsbrühe aufzukochen und dann das durchgesiebte Blut mit ein paar anderen Zutaten wie Gewürzen, Alkohol und Früchten unterzurühren. Wenn das Blut gefroren ist, musst du es vorher mit einer Gabel durch ein Pastasieb drücken.


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ich könnt kotzen :/
Kommentiert von: jo | 11. Juli 09 um 11:54 Uhr
eh gut. und ich hab noch was:
Zur Erinnerung: Menschen gehören zur Gattung der Trockennasen-Halbaffen und SIND GENAUSO Tiere wie andere halt auch...
Das Aufschlitzen der Spezies homo sapiens durch nicht Autorisierte(Ausnahmen sind etwa Militär, Henker, Exekutive) ist zwar verboten in den meisten Ländern, aber "das aus den durchschnittenen Kehlen von Tieren fließt" gilt auch für sämtliche Leser/innen dieser Zeilen, genauso wie das Fleisch auf deinem Unterarm eben Fleisch ist.
Die biblische Unterscheidung zwischen Mensch und Tier ist seit den Neunzigern(und somit rund 100(!) Jahre nach der Erkenntnis) sogar von der katholischen Kirsche zu "nicht ganz richtig" erklärt worden, das sollten wir also auch schaffen.
Es wäre ein Leichtes, ohne ein anderes Wirbeltier ausserhalb der menschlichen Spezies ermorden zu lassen, Blutgerichte zu kochen.
Wär knackiger und hätte ohne Auftragsmord funktioniert.
Das die meisten menschlichen Carnivoren feig oder eben nicht feig dafür soziopathisch angehaucht oder - die meisten wohl - uninformiert sind, ist wohl keine überraschende Erkenntnis.
Ergo: Ich wünsch mir für das nexte Mal bitte Blutpalatschinken aus tierischem Blut der Gattung homo sapiens - Gerichte kochen mit dem eigenem Blut hat doch was oder?
PS.: NEIN, du sollst dich nicht selbst umbringen - bischen Blut abzapfen genügt doch 8.}!
Kommentiert von: Nick | 14. Juli 09 um 05:38 Uhr
Lecker! Zumal ich gerade eine Tasse Blut zur Verfügung habe...
http://weblog.hundeiker.de/item-1317.html
Kommentiert von: Kranker Pfleger | 24. Oktober 09 um 23:43 Uhr