Ich hörte Bruno S. zum ersten Mal in der Stadtklause spielen, einer kleinen Bar, die von harten Biertrinkern und Berliner Verrückten besucht wird. Es war wirklich nicht das, was ich erwartet hatte. Ich glaube, dass ich einfach nicht wusste, was ich von einem Typen zu erwarten hatte, der von seiner eigenen Familie verstoßen wurde, auf der Straße aufwuchs und schließlich aus dem Nirgendwo durch Werner Herzog zum Star in zweien seiner wichtigsten Filme gemacht wurde, bevor er daraufhin genauso schnell wieder in der Versenkung verschwand. Um ehrlich zu sein fühlte ich mich betrübt durch den Anblick eines Mannes, der in seinem Leben wahrscheinlich durch mehr gegangen ist, als der alltägliche tragische Held.
Max hat seinen Flug erwischt und ist wohlbehalten aus Venedig in Berlin eingetroffen. Aber nur, um von uns in Empfang genommen und durch den Abschlussabend der Fashion Week gezerrt zu werden...
Diese Woche ist Andreas Golder bei Art Talk! zu Gast. Ich traf Andreas in einer dieser betrunkenen Nächte, in denen du in einer Bierwolke umhertreibst und erst am nächsten Morgen entschlüsseln kannst, was eigentlich so alles passiert ist. Er gab mir einen Flyer für eine Ausstellung, die er zu der Zeit hatte, und ich sagte wahrscheinlich etwas Beleidigendes über sein Shirt, das ich wirklich lustig fand. Einen Monat später fand ich den Flyer, als ich meine Schreibtischablage aufräumte, und beschloss, mir das mal anzusehen. Glücklicherweise schätzte er meine Aufrichtigkeit bei unserem ersten Treffen (oder ich war wirklich lustig), denn er lud mich ein, mit einer Kamera in seinem Studio herumzustöbern. Entweder das – oder er hat ein Schlepprad mit meinem Namen drauf irgendwo in einer Ecke rumstehen, das nur auf den richtigen Moment wartet, von mir entdeckt zu werden.
Berlin ist unruhig. Fashion week, Bread and Butter und wir haben gestern auch noch zur Vernissage der VICE PHOTO ISSUE TOUR geladen. Und was für ein fantastischer Abend! Für alle, die es gestern nicht geschafft haben vorbeizukommen, hier nochmal die Einladung, euch die Fotografien von Richard Kern, Dana Goldstein, Peter Sutherland, Oliver Sieber und weiteren, in den kommenden drei Tagen in der Brunnenstraße 3 anzusehen. Die Bilder zur Eröffnung findet ihr hier, auf unserem Fotoblog. Wir danken unserem Hauptsponsor Mini sowie Finlandia, Warsteiner und schwarze Dose 28 für die freien Getränke!
Als Praktikantin bei Vice besteht mein Tag grundsätzlich aus erniedrigenden Aufgaben und unlösbaren Rätseln. Abends schicken sie mich dann auf irgendwelche Termine, von denen ich bei mindestens der Hälfte immer denke, dass sie gar keine Geschichte darüber wollen, sondern an nächsten Tag nur so etwas sagen wollen wie, „Na, hattest du Spaß in der Nazikneipe gestern Abend?“ (Ich bin Iranerin.) Mittwochabend haben sie mich in den Zoo geschickt, weil Wowereit dort einen regenbogenfarbigen Tanztee organisiert hat (und ich von meiner Tante eingebläut bekommen habe, bloß nicht in die Nähe des Bahnhof Zoo zu gehen. Niemals.)...
Das Michelberger Hotel eröffnet vom 1. Juli bis 15. August seinen Summer Hangout. Das ganze könnt ihr euch wie eine Art Sneak-Preview vorstellen (bevor sie am 9. September nach diversen Baustellenpartys wirklich den normalen Hotelbetrieb aufnehmen werden) und für 25€ pro Nacht bekommt ihr dort eine Übernachtung mit Frühstück, Partys, Kinovorführungen, BBQs und Live Acts.
Deutsche Kaufhausdetektive glauben, dass jede zwölfte Person, die einen Supermarkt betritt, ein Dieb ist. Das erste Mal, wenn sie dich kriegen, brummen sie dir nur 50€ auf. Der Durchschnittskleptomane wird in einem von 50 Fällen geschnappt, das heißt, so lange du sicher gehst, jedes Mal Waren im Wert von über einem Euro mitgehen zu lassen, kommst du mit einem Plus wieder raus. OK, da gibt es noch diese Sache, dass man dann vorbestraft ist, aber wer sollte das jemals rausfinden? Ich bin gerade nach Berlin gezogen, also dachte ich, es wäre eine gute Idee bei dem Spaß mitzumachen...
Wer ist eigentlich dieser Jack, der ständig in Housetracks auftaucht? Hat sich das schon mal jemand gefragt? Was soll das bedeuten, „Jack your body“? Wir sind uns sicher, dass unser lieber Freund Shir Khan eine ziemlich einleuchtende Erklärung dafür hat, insbesondere, wenn er eine Partyreihe startet, die „Jack had a Groove“ heißt. Zu erwarten sind schweißfeuchte Wände, Pheromonnebel und Bootyshakes sowie Afrobeats, überdrehte Discosounds, Favela-Fanfaren und diese wabernden Basslines, die so klingen als hätte der Sequencer eine dissoziative Störung entwickelt. Damit auch jedem klar wird, worum es geht, wurden jede Menge Genre-Experten eingeladen, es spielen MOWGLI UND SOLO, ZOMBIE DISCO SQUAD, SHIR KHAN, VICE DJ REZNIK und SNAX (live) sowie auf dem zweiten Floor UNSPORTSMANLIKE (live) und ROBOT KOCH VS MOTHER PERERA. Wir verlosen 2x2 Tickets. Schick eine Mail an info@viceland.de.
Ich war gestern beim ersten BLIND DATE SWINGERS CLUB. Es war so eine Neunziger-Mixtapeparty: Jeder, der kommt, gibt eine MixCD ab, und jeder, der geht, nimmt eine mit. Seht mal, was ich bekommen habe. Ein Vögelchen, das zwitschert und scheißt. Gleichzeitig. Ist das nicht toll? Allerdings muss ich zugeben: Ich erinnere mich nicht genau an das Mixtape, das ich abgegeben habe. Ich habe nur noch eine dunkle Ahnung, dass es mit einem uralten Blood On The Wall-Song anfing und mit den Puhdys endete. Hey, du da draußen. Du mit meiner MixCD. Ich hoffe, du magst die Puhdys. Wollen wir heiraten?
Nichts wird jemals an den Nervenkitzel deines ersten Mals heranreichen. Und das gilt für alle ersten Male, nicht nur für Sex: das erste Mal im Flugzeug, das erste Mal, wenn ein Artikel von dir veröffentlicht wird, das erste Konzert. Es sind alles Momente, die beim ersten Mal deinen Magen einmal um die eigene Achse drehen, aber danach ziemlich schnell normal werden und nur noch ein klein wenig oder gar keine Emotionen mehr herauskitzeln. „Allzu große Vertrautheit erzeugt Verachtung“, so sagt man, also ist es wohl nachvollziehbar, wenn mir in der Schlange zum Interview mit der 4.625-igsten Band aus New York irgendwo der Enthusiasmus abhanden gekommen ist. Im Nebel der langweiligen Standard-Bandfragen, konnte mir also nur eine Frage den Ausweg aus dem abscheulichen Grau leuchten…
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