Sybille Bergemann ist die Ikone der DDR Modefotografie. Eine Ikone der Streetfashion Fotografie, bevor Streetfashion überhaupt erfunden wurde. Eine Ikone in einem Land, in dem es neben Lenin, Karl Marx und den Helden der Arbeit eigentlich keine Ikonen hätte geben dürfen und in dem die Mode vom staatlichen Vorgaben diktiert wurde. Wir haben uns mit Ihr über Do it Yourself Mode, die Mauer und Plastikkleider unterhalten.
Die Vereinten Nationen halten Sierra Leone für das am wenigsten entwickelte Land der Welt. Der zehnjährige Bürgerkrieg, der 1991 begann, zeichnete sich vor allem durch Macheten schwingende und Drogen nehmende Kindersoldaten aus. Kurz gesagt, es gibt nicht mal einen Ansatz, um das irgendwie mit diesen hübschen Bildern hier zu verbinden, außer, dass sie beide innerhalb der gleichen Landesgrenzen aufgenommen wurden.
Mit Anne und Christian (alias ANNTIAN, wie originell!) trafen wir die niedlichsten, scheusten und stillsten Fashiondesigner der Welt. Fashiondesigner haben eigentlich die Tendenz, die langweiligsten Menschen der Welt zu sein (Nur übertroffen von Models und Zahnärzten.), aber scheinbar haben die beiden irgendwie eine perfekte Symbiose gefunden. Als wir hingingen, um uns mit ihnen zu unterhalten, fühlten wir uns wie Eindringlinge in ihrer kleinen kreativen Blase. Eigentlich wollten wir ihnen die ganze Zeit den Kopf tätscheln.
Diese Fotos entstanden während unserer Froschjagd im Amazonas. Während wir also den Frosch suchten, um uns mit seinem Gift zuzudröhnen, mussten wir für drei Tage mit einem Boot durch den Regenwald reisen. Unsere Reise begann in einer Stadt am Arsch von Kolumbien und Brasilien, die Leticia (Kolumbien) und Tabatinga (Brasilien) hieß. Leticia/Tabatinga war bis in die 80iger hinein im Grunde nichts weiter als ein militärischer Außenposten beider Staaten, als plötzlich der Kokainhandel in Brasilien explodierte und die Stadt regelrecht aufblühte. Es wird angenommen, dass jeder siebte in der Stadt vom Kokaingeschäft lebt...
Christina Berger ist wahrscheinlich das Aufregendste, das der Wiener Modeszene jemals widerfahren ist, na ja, seit der Geburt der Wiener Modeszene. Nachdem sie in London und Wien studiert hat, hat sie 2007 ihre erste Kollektion „Auto: Erotik (Lips, Hips, Tits, Power)“ herausgebracht und mittlerweile werden ihre Klamotten von Leuten mit Essstörungen in schicken Berliner Boutiquen verkauft. Die Klamotten an sich sind wie ein Flickenteppichkleid aus Sex, Ironie, weiblichen Superhelden und Apré-Ski. Klang irgendwie interessant, also haben wir nach zwei neuen Kollektionen und zwei Vienna Fashion Award-Nominierungen gedacht, es ist höchste Zeit, mal herauszufinden ob das, was ich gerade geschrieben habe, wirklich stimmt...
Irgendjemand dachte wohl, er könnte uns helfen und wäre ziemlich clever, als er dieses DON'T fotografiert und uns seinen Kommentar dazu geschickt hat. Wir haben jetzt kein Problem mit einer weiblichen Neuauflage des kanadischen Maßanzugs, aber wir stimmen auf jeden Fall dem scharfsinnigen Typen zu, der uns dieses Foto geschickt hat und meint, dass dieses Denim-Outfit hier ziemlich Richtung flattrig tendiert. (Wie kannst du überhaupt in einem Kokon aus Jeans laufen?) Aber wollte er mit seinem Kommentar jetzt auf die hässlichen, mit Haarspray beklatschen Bananen-Locken hinweisen, die so aussehen, als wären sie direkt aus einem heißen Conair-Glätteisen gezogen worden? Eine wohlkalkulierte Ergänzung unseres alten Mode-Erzfeinds, des Flip Flops? Falsch gedacht. Lies weiter für seine Erklärung ...
Es gibt ungefähr vier Millionen langweilige Modeblogs. Die meisten sind behindert—zusammengeschustert aus PR-Emails und dem, was beim Blogsurfen so herumkommt. Sie quellen über vor dem Schrott, den man bei Perez Hilton findet und geilen sich an irgendwelchen 2000-Euro-Schuhen auf. Dann präsentieren sie noch irgendwelche arschkriecherischen Abhandlungen über Designer, von denen du noch nie etwas gehört hast, geschweige denn, dich jemals für sie interessieren wirst. Wenn ein Blogger nicht gerade aus New York, Paris oder Mailand kommt, wird er außerdem höchstwahrscheinlich im Dunkeln tappen, was die tatsächliche Relevanz des Designers betrifft, über den er da schreibt. Wie auch immer. Diane Pernets A Shaded View on Fashion ist jedenfalls eine Modeenzyklopädie von einem ganz anderem, gestörten Kaliber...
Seit ich bei den Demonstrationen am 1.Mai in Berlin den Jungs vom Schwarzen Block Steine angereicht habe, habe ich lange über die Farbe SCHWARZ nachgedacht und SCHWARZ auf einmal überall entdeckt. Alle in der Redaktion haben plötzlich schwarze Hosen getragen. Barbara, unsere Redakteurin schien von heute auf morgen einen schwarzen Kleinderschrank zu haben, unser Logo war schon immer schwarz und das Handtuch auf dem Klo auch. Das hat aber andere Gründe. Ich habe mich dann mit unserer Fotografin Katja Hentschel darüber unterhalten und sie hat mir sofort einen Ordner mit den besten schwarzen Outfits geschickt. Nach Trauer, Leere und Nichts sah das alles aber nicht aus, vielleicht ist das eine Verschwörung wie mit dem Pink und dem Rosa bei Babys und eigentlich sind die Piraten an allem schwarz Schuld. Gibt es nicht auch Schweine in Somalia?
OK. Männer Mode. Um ehrlich zu sein, ist das ein Bereich in dem die Dichte der Schwulen so hoch ist, wie sonst wahrscheinlich nur beim russischen Staatsballett oder Starlight Express. Wenn ich nur daran denke, was Berliner Designer mit einer Oster in ihrem Labelnamen auf Laufstegen verbrechen, wünsche ich ihnen mehr Pest als Gutes, denn sie verschwenden ihre Zeit damit ihre verklebte Egos, die mit pinken Halstüchern an ein rosa Hemd getacker sind, von dem nächsten Trend zu reden, von dem sie eh keine Ahnung. Sowieso glaube ich, dass das Wort Trend eigentlich auf eine schwarze Liste gehört, gleich neben "Highlight" oder "Das ist ja famos!" Vielleicht kann mal jemand ein Erschießungskomando einrichten?
Na ja, in all diesem Zirkusdreck gibt es allerdings FRANK LEDER.
Jemand, der seine Webseite sein "mysteriöses Furzhaus" nennt, ist entweder bescheuert oder hochbegnadet. Hanayo ist beides. Ihr habt sie garantiert schonmal gesehen, falls ihr in Berlin lebt und ab und an das Haus verlasst. Sie ist diese verrückte Japanerin, die für The Face und Jean Paul Gaultier gemodelt, mit Merzbow Noise, ähm, Musik gemacht hat. Seit Kurzem hat sie diese Neubauten-meets-Zuckerwatte-Band, Wooden Veil, deren erstes Album "irgendwann dieses Jahr" erscheint. Auf den folgenden Bildern präsentiert sie uns ihren Style - in allen Spielarten zwischen traditionellen Geto, Karate Kids und der einzig richtigen Art, Abtrockenhandtücher zu tragen.
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