Es ist interessant zu sehen, dass die Industrie immer noch versucht ist, an das schlechte Gewissen von Raubkopierern zu appellieren. Ganz weit vorne in diesem Zusammenhang ist die Neuauflage der amerikanischen „Don’t Copy that Floppy“-Kampagne. Wir wissen gar nicht, was uns am meisten begeistert, die atemberaubenden Hintergründe, das mitreißende Storyboard oder die unfassbare Freshness von Style-Gott D.P. Gut, zugegeben, das alles wird noch getoppt von der betroffenen Leidensmine des Fileshare-Knackis am Ende des Clips. Alles in allem ist das ziemlich lustig. Viel lustiger wird es aber noch, wenn du dir vor deinem geistigen Auge ausmalst, dass irgendjemand in Deutschland so einen Clip produzieren würde, in dem dir dann MC Rene in gelben Pumphosen ins Gewissen redet. Das könnte in Sachen Realsatire sogar dem GEZ-Spot den Rang ablaufen.
Wenn du dir das VBS-Special über Richard Kerns Ehefrau Martynka Wawrzyniak angeschaut hast, weißt du schon, dass sie fantastisch ist. Nein, vergiss es, sie ist fucking unglaublich und zwar wegen einer unheimlich langen Reihe von Gründen (inklusive dem Fakt, dass sie diese Kinder hier fotografiert hat). Im Grunde genommen ist sie einfach ein Grund mehr, warum wir auf Kern neidisch sein müssen. Na großartig.
Rap ist nicht mehr nur künstlerischer Ausdruck oder eine mit dem Kunstbegriff getarnte Ansammlung von vulgärem Sprachmüll, je nachdem, auf welcher Seite du stehst. Rap ist ein allgegenwärtiger Gefährte im Alltag. In Werbeslogans wird gerappt, an jeder Straßenecke wird gerappt, Rap ist die neue Weltsprache.
Vielleicht hast du ja neulich diesen Clip hier gesehen, der relativ einleuchtend erklärt, was ich meine.
Die Drogenkultur der 60iger hat erfolgreich die Vorstellung verbreitet, dass nicht nur Hände, Wände und Musik Objekte einer unsteten Natur sind, sondern das gleiche auch für Politik, zwischenmenschliche Beziehungen und Spiritualität gilt. Das hat viele süchtige Köpfe dazu getrieben, an genau den Orten nach Antworten zu suchen, an die sich Männer bei gesundem Verstand nie heranwagen würden. Wie auch immer, die mannigfaltigen, manifesten Lösungen, die den Drogen- und Sexteufeln von damals kredenzt wurden, sind das Resultat einer 40 Jahre andauernden, brillianten Okkultismus-Recherche, die ein paar der größten, noch nie erzählten Geschichten des 20. Jahrhunderts offenbart...
Bei unserer allmorgendlichen Internetrecherche sind wir heute über die neue Kampagne für Minis niedliches kleines Cabrio gestolpert. Sieht soweit alles ganz süß und hübsch aus, aber irgendwie sind wir nicht ganz sicher, was das in dem Video eigentlich soll. Vielleicht könnt ihr ja mehr damit anfangen?
Was passiert, wenn man ein paar Leute auf engstem Raum in einem Tourbus einpfercht und täglich 4-10 Stunden, nicht an die frische Luft lässt? 5357 Kilometer später wird aus Platzangst Liebe und aus Langeweile (wenn das einzige Unterhaltungsprogramm schlecht aufgenommene deutsche Fernsehprogramme auf VHS-Kassetten sind) ein Musikvideo wie „Bad Advice.“ Aber seht ruhig selbst, wie Cocknbullkid, Little Boots, Thunderheist und der Rest unserer großartigen, wenn auch verpeilten Vice Live Crew sich die Zeit zwischen den brechend vollen Partys in Hamburg, Berlin, Stuttgart vertrieben haben, bevor sie dann in Rom wieder Abschied voneinander, der Enge und dem verplanten Busfahrer nehmen mussten.
Du hast die Vice Live Tour verpasst? Das ist schade und ziemlich traurig, aber überhäufe dich jetzt bitte so kurz vor Weihnachten nicht länger mit Selbstvorwürfen. Schau dir hier einfach das Video vom zweiten Teil der Tour mit Little Boots, Thunderheist und Cocknbullkid mit den Stationen Hamburg, Berlin und Stuttgart an.
Tecktonik war auf jeden Fall die dümmste Obsession des Jahres. Tanzen wie das hier sollte in einem Sterbehospiz für unheilbar Ungroßartiges landen und nicht auf den Straßen gegen die Breakdancer antreten. Außer dem Typen von Hadouken! Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass irgendjemand außerhalb von Belgien denken könnte, dass Glam-Rock-Vogueing irgendetwas anderes als eine katastrophale Fehleinschätzung (oder ein praktischer Scherz) ist. Jedenfalls macht das alles Sinn, wenn ihr diesem Jungen dabei zuseht. Lasst uns hoffen, dass es verwirrten Tecktonikillern (Ich meine ernsthaft, kommt schon) hilft, zu verstehen, dass Ausmalbücher und Basslinien Kinderkram sind.
Ich mag schlaue Kinder, die mit
Erwachsenen rumhängen, ihre Bücher als beste Freunde haben
und verdammte Klugscheißer sind. Ich hatte schon immer das
Gefühl, dass aus diesen Kindern später irgendwann die
besten Erwachsenen werden würden. Ein schlaues Kind zu sein,
heißt allerdings nicht, seine ganze Kindheit um 36 Jahre zu
überspringen, nur um ein verschlagener, geifernder 45-jähriger
Chauvinist zu werden.
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